Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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ſchwer Geprüfte erblicke, die durch eine harte Leidens⸗ ſchule gegangen iſt. Mein Amt hat mich mit dem Schmerz in allen ſeinen Formen bekannt gemacht, ſo daß mich auch die ſeltſamſte Aeußerung desſelben nicht mehr be⸗ fremden ſollte; aber die gemeine Alltäglichkeit beherrſcht uns dermaßen, daß wir jede Abweichung von dem breit getretenen Geleiſe des hergebrachten, konventionellen To⸗ nes mit Mißtrauen begrüßen. Weil uns der rechte Glaube fehlt, darum geſchehen keine Wunder mehr; denn als ein Wunder, als eine Schickung der Vorſehung möchte ich am liebſten unſere gegenwärtige Begegnung anſehen.

Sie haben damit meine innerſten Gedanken aus⸗ geſprochen. Darum werden Sie auch am beſten würdi⸗ gen, was mich zu dieſem Wunſche veranlaßte. Verlaſſen und verwaist, ohne eine feſte Lebensſtellung, traf mich in ſolcher Lage Ihre Erzählung wie ein Ruf von Oben, wie eine Mahnung des Himmels. Gerade die geſchilder⸗ ten Beſchwerden reizten mich, die Hinderniſſe, welche je⸗ den Andern abſchreckten, ſpornten mich an, weil ich da⸗ mit eine Buße zu verbinden glaubte. Sehen Sie mich nicht ſo verwundert an! Mein Unglück iſt nur die Folge meiner Schuld, die wohlverdiente Strafe meines frühe⸗ ren Lebens.

Martha wußte ſelbſt nicht, welch' ein Geiſt aus ihr

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1859. XXIII. Eine arme Seele. III.