AU U
8 8 ⏑ 8*
—
— ᷣ——
——
ε—
17
noch mehr abſpannt. Wirre Träume umgaukelten ihre aufgeregte Phantaſie; bald ſah ſie ſich von Ferdinand und der Theaterſchlange verfolgt, die ſich um ihre Glie⸗ der ringelte und ſie zu erdrücken ſuchte. Mit einer ge⸗ waltigen Anſtrengung ſuchte ſie ſich aus den Armen des Wüſtlings zu befreien und ihn zurückzuſtoßen. Durch dieſe Bewegung erwachte ſie und fand, als ſie die Augen be⸗ ſtürzt aufſchlug, daß ſie ein Gegenſtand der allgemeinen Neugierde und Theilnahme geworden war. Die Blicke der übrigen Paſſagiere waren ausſchließlich auf ſie ge⸗ richtet. Sie bot auch in der That eine ſeltſame und auf⸗ fallende Erſcheinung dar. Das bleiche, feine Geſicht mit den verweinten Augen, der offene Ausdruck des Schmer⸗ zes in ihren Zügen, ihre ſelbſt unter dieſen Verhältniſſen hervortretende Schönheit flößten unwillkürlich ein nicht gewöhnliches Intereſſe ein und erregten die Neugierde ihrer Reiſegefährten. Wie ſie ſo da ſaß mit dem dunklen Schleier, der die weiße Stirn nur zum Theil bedeckte und den untern Theil des Geſichtes freigab, mit dem üppigen Haar, das in maleriſcher Unordnung ſich während ihres Schlafes losgelöst und in wilden, natürlichen Locken um Hals und Schultern niederwogte; neben ſich das Vogel⸗ bauer, bedeckt mit ihrem ſchwarzen Tuche und ſo einem klei⸗ nen Sarge gleichend, erſchien ſie den Anweſenden wie das verkörperte Bild der tiefſten Trauer. Jeder mochte wohl


