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Der friſche Morgenwind trieb die Nebel vor ſich her wie der Hirt die weiße wollige Lämmerheerde, flog mit ſei⸗ nem koſenden Hauche über Wieſe und Feld, in den gol⸗ denen Aehren wühlend, gleich der Hand des Geliebten, wenn ſie mit den blonden Locken des holden Mädchens ſpielt. Wirbelnd ſtieg eine Lerche aus dem feuchten Klee empor immer höher und höher, bis ſie ungeſehen in dem glänzenden Aether verſchwebte. Aus dem nahen Dörfchen tönte der Klang der Morgenglocke, welche den Schnitter zur Arbeit rief; an den glühenden Fenſterſcheiben des Bauernhauſes erſchienen lachende Kinder, die dem vorbei⸗ ſauſenden Eiſenbahnzuge verwundert nachſchauten. Land⸗ leute mit Sicheln und Senſen bewaffnet traten aus der Thür, um das Erntewerk zu fördern. An allen Orten wurde es lebendig; der früh erwachte Hahn ſchmetterte ſeinen Morgengruß, ein Taubenſchwarm ſchwirrte durch die Luft flatternd wie ein Silberband; brüllende Stiere wurden in das Joch geſpannt und der Hofhund bellte laut dazu. Auch die Schläfer in dem Waggon waren nach und nach erwacht, rieben ſich noch ſchlaftrunken die Augen, machten ihre Morgentoilette ſo gut dies ging und muſter⸗ ten ſich gegenſeitig, da ſie in der dunklen Nacht ſich noch nicht genau angeſehen hatten.
Gegen Morgen war auch Martha vor Müdigkeit in jenen Halbſchlummer geſunken, der ſtatt zu erquicken nur


