Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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an dem ſchimmernden Weiher, an dem hohen Schloſſe vor⸗ bei, wo die nächtlichen Springbrunnen rauſchten; vorbei an der ſtolzen Wohnung des Reichen, an dem zerfallenen Dache der Armuth, an dem einſamen Jägerhauſe mit ſeinem verhallenden Hundegebell und dem rauchenden Mei⸗ ler des rußigen Köhlers. Wie ein Strom ſich durch die widerſtrebende Felſen Bahn bricht und gewaltſam den ſteinernen Riegel zerſprengt, ſo ſtürzte ſich der Zug in den ſchwarzen Schlund des Tunnels, verſchlungen von der geheimnißvollen Tiefe. Vom lauten Donner hallten die Gewölbe wieder, ein Feuerregen erleuchtete von Zeit zu Zeit die naſſen, triefenden Wände und wechſelte mit der tiefſten Nacht, bis der ſilberne Mond und der friſche Nachtwind die Reiſenden wieder begrüßte und von ihrer Angſt befreite.

Für Martha bot dieſe wechſelnde Umgebung ein zer⸗ ſtreuendes Schauſpiel, dem ſie ſich unwillkürlich überließ, um den quülenden Gedanken zu entgehen, da ſie an den Geſprächen der übrigen Eiſenbahnpaſſagiere abſichtlich keinen Theil nahm und dieſelben bisher nicht weiter be⸗ achtete. Nach und nach war auch die an und für ſich nicht eben beſonders intereſſante Unterhaltung verſtummt; hier und da fiel noch ein vereinzeltes Wort, eine Frage nach der nächſten Station, eine Klage über die Unbequemlich⸗ keit der Sitze; dann wurde es ſtill, da die Anweſenden,