Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Auftritte zu erwarten. Wie ihn wollte ſie zugleich das Theater meiden, welches ſie mit Ekel und Widerwillen erfüllte. Sie hatte den kurzen Traum eines gehofften Glückes zu ſchwer gebüßt und zu theuer bezahlt, um noch einer Illuſion Raum zu geben. Die Kunſt, von der ſie geſchwärmt, ſchien ihr ein Phantaſiegebilde, eine ſchöne Täuſchung ihrer jugendlichen Begeiſterung; was ſie in der Wirklichkeit davon geſehen, entſprach nicht ihrem ho⸗ hen Ideale. Ohne Reue nahm ſie von der Bühne Ab⸗ ſchied, wo ſie alle Schwächen und Laſter der Geſellſchaft nur im höheren Grade und offener zur Schau getragen wiederfand.

Sie wußte nicht, wohin ſie ſich wenden ſollte, aber ſie hoffte noch irgend einen ſtillen, verborgenen Winkel auf der Welt zu finden, wo ſie ſich von ihrer Hände Ar⸗ beit ernähren wollte. Lieber war ſie entſchloſſen zu hun⸗ gern und zu darben, als in der Schande wohl zu leben. Nur der eine Wunſch beſeelte ſie, ſich um jeden Preis aus ihren gegenwärtigen Verhältniſſen herauszureißen, ſie vertraute der Vorſehung und ihrer eigenen Kraft ihr ferneres Geſchick. Ihr feſter Glaube hielt ſie aufrecht in dieſer höchſten Noth, wo ſie verlaſſener als je ſich fühlte.

Schnell, da ſie jeden Augenblick Ferdinand's Rück⸗ kehr erwarten durfte, raffte ſie ihre wenigen Habſelig⸗ keiten zuſammen. Einige Thaler waren ihr noch geblie⸗