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ben, mit denen ſie einige Zeit auszukommen hoffte, nach⸗ dem ſie die noch ſchuldige Miethe auf dem Tiſch zurück⸗ gelaſſen hatte mit einigen Zeilen an ihre Wirthsleute. Eben ſo ſchrieb ſie an die Direktion, bei der ſie ſich we⸗ gen ihres heimlichen Abganges zu entſchuldigen ſuchte. Auch von dem treuen Souffleur nahnm ſie ſchriftlich einen herzlichen Abſchied voll Dank für ſeine Freundſchaft und Anhänglichkeit.—
Es war unterdeß dunkel geworden, ſo daß ſie un⸗ geſehen und ohne Aufſehen zu entkommen glauben durfte. In ihren Mantel gehüllt, das bleiche Geſicht mit einem ſchwarzen Schleier bedeckt, in der Hand das kleine Bün⸗ del, worin ſich die nothwendigſten Kleidungsſtücke befan⸗ den, ſchickte ſie ſich an das Haus zu verlaſſen. Sie ſtand bereits auf der Schwelle, einen traurigen Abſchiedsblick zurückwerfend, als plötzlich ein bekannter lieblicher Ton an ihr Ohr ſchlug.
Es war der Kanarienvogel Getrud's, das einzige Andenken, welches ſie an die unglückliche Freundin mahn⸗ te. Sie kehrte noch einmal um und nahm das Thierchen in ſeinem Bauer mit. Damit der Vogel ſie nicht durch ſein Singen verrathen ſollte, warf ſie noch ein ſchwarzes Tuch über ſeinen Käfig. So beladen ſtieg ſie geräuſchlos die Treppe herab und gelangte ungehindert auf die Straße. Im Schatten der Häuſer wollte ſie nach dem


