Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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kommen zeigen, worin er auf Ihre Hand zu meinen Gun⸗ ſten verzichtet. Was ſagen Sie dazu?

Mit dieſen Worten überreichte Herr Silbermann ihr ein förmliches Dokument, wodurch Ferdinand allen ſeinen bisherigen Anſprüchen auf Martha gegen eine ge⸗ nau feſtgeſetzte Summe entſagte. Gedrängt von der Thea⸗ terſchlange hatte der Erbärmliche ſeine eigene Braut wie eine gewöhnliche Waare verſchachert.

Lautlos ließ ſie das Papier zur Erde ſinken, das Herr Silbermann, der praktiſche Geſchäftsmann, ſogleich wieder vom Boden aufhob und ſorgfältig in die Brief⸗ taſche legte.

Nun, fragte er,habe ich gelogen? Können Sie noch das geringſte Bedenken haben?

Sie vermochte ihm nicht ſogleich zu antworten, da der Schmerz ihr die Sprache raubte. Zorn und Ver⸗ achtung beſtürmten ihre Seele, Scham und Entrüſtung zerriſſen ihr das Herz. Sie hatte Ferdinand zwar nicht geliebt, aber wenigſtens auf ſeine Erkenntlichkeit für das ihm gebrachte Opfer gerechnet. Seine Schwäche und ſein Leichtſinn waren ihr hinlänglich bekannt, jedoch hatte ſie ihm nie dieſen Grad von Verworfenheit zugetraut. Sie mußte vor ſich ſelber erröthen, daß ſie einem ſolchen Men⸗ ſchen angehört, der den letzten Reſt von Scham und Ge⸗ fühl verloren hatte. Dahin war es mit ihr gekommen,

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