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ihr ſein Beſuch nicht gleichgültig oder vielmehr unange⸗ nehm geweſen, ſo hätte ihr in ſeiner ganzen Sprache und in ſeinem Benehmen eine gewiſſe Zuverſicht auf⸗ fallen müſſen, womit er gegen ſeine ſonſtige kriechende Gewohnheit heut' gerade auftrat. In ihrer jetzigen Stim⸗ mung achtete ſie indeß nicht weiter auf dieſen Umſtand. Eben ſo wenig fiel es ihr auf, daß Ferdinand ſich unter einem ſchicklichen Vorwande plötzlich entfernte und ſie mit Herrn Silbermann, der ihm einen Wink zuvor heimlich gegeben hatte, allein ließ.
Martha war mit einer dringenden Arbeit an ihrem Theatercoſtume beſchäftigt, woran ſie ſich durch die An⸗ weſenheit der Theaterſchlange nicht unterbrechen ließ, da ſie den Anzug für die nächſte Vorſtellung nothwendig brauchte. Sie entſchuldigte ſich deshalb und nähte emſig weiter. Herr Silbermann ſchien mit einem großen Ent⸗ ſchluße zu kämpfen; er war von ſeinem Stuhle aufgeſtan⸗ den und näherte ſich ihr, indem er zärtlich ihre Hand er⸗ greifen wollte, die ſie jedoch ihm ſchnell entzog. „Warum quälen Sie ſich,“ ſagte er mit anſcheinen⸗ der Theilnahme,„und verrichten eine Arbeit, die Ihrer durchaus nicht würdig iſt. Dieſe ſchönen Hände ſind nicht dazu geſchaffen, ſich von der Nähnadel zerſtechen zu laſſen.“
„Mir macht,“ entgegnete ſie unbefangen,„dieſe


