Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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nicht gehört hätte. Wie eine Verpeſtete floh er vor ihr, jede Berührung mit ihr meidend.

Nur der ehrliche Souffleur verließ in der Zwiſchen⸗ pauſe ſeinen Kaſten, um ſie aufzuſuchen. Er reichte ihr wie der barmherzige Samaritan ſeine Hand, während ſich ſeine Augen mit Thränen füllten.

Um Gotteswillen! bat er ſie, laſſen Sie es ge⸗ nug ſein, melden Sie ſich jetzt noch krank. Sie ſehen, daß ich Sie nicht umſonſt gewarnt habe. Ich will den Theater⸗ arzt rufen; Sie können, Sie dürfen nicht weiter ſpielen. Es würde Ihr Tod ſein. Wie Sie zittern, wie bleich Sie ſind, armes, gutes Fräulein.

Bleiben Sie, antwortete ſie mit feſter Stimme. Ich werde meine Rolle zu Ende führen, und ſollte ich darüber zu Grunde gehen. Die Gemeinheit ſoll ſich nicht ihres Triumphes über mich rühmen. Ich weiche nicht und werde meine Pflicht bis zum letzten Augenblicke thun.

Ohne auf ſeine ferneren Einwendungen zu hören, erhob ſie ſich, da das Zeichen zum Beginn des zweiten Aktes bereits gegeben war. Mit einem Muthe, der einer beſſeren Sache würdig geweſen wäre, trat ſie von Neuem auf die Bühne, wo ſie derſelbe Empfang erwartete. Ihr Stolz hielt ſie aufrecht, obgleich ſie ſich zuweilen im Ver⸗ laufe der Vorſtellung einer Ohnmacht nahe fühlte. So