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verwundeten Weibes zu ergötzen. Was kümmert ſich das Publikum um den armen Schauſpieler, der unter ſolch, einer erniedrigenden Beſchimpfung zu erliegen droht?— Vor Martha's Blicken verwandelte ſich das gefüllte Haus in eine Menagerie von wilden Beſtien, welche mit fun⸗ kelnden Augen und lautem Gebrüll auf ſie losſtürmte.— Die Bühne wurde für ſie zur Schandſäule und zum Marterpfahl, an dem ſie unter den Schlägen ihrer mit⸗ leidsloſen Henker langſam verblutete. Aber ſie war ent⸗ ſchloſſen, das Aeußerſte zu dulden und keine Schwäche zu zeigen. Indem ſie ihre Willenskraft auf das höchſte an⸗ ſpannte, ertrug ſie dieſe unverdiente Schmach mit dem Muthe einer Märtyrerin.—
Hinter den Couliſſen erwartete ſie ein nicht minder kränkendes Benehmen von Seiten ihrer meiſten Collegen. Wohin ſie ſich wendete, begegnete ſie nur ſchadenfrohen Geſichtern oder einem erheuchelten Mitleid, das ſie noch tiefer verletzte als der offene Triumph ihrer Gegner. An der Seite des Regiſſeurs ſtreifte Fräulein Schenkel an ihr vorüber mit lautem Gelächter. Als ſie in Martha's Nähe kam, verſtummte ſie plötzlich und verzog ihr Geſicht zu einer bemitleidenden Fratze. Die Unglückliche wandte ſich ab und ſank auf eine Bank im Hintergrunde nieder, wo ſie den Theaterdiener um ein Glas Waſſer bat. Der ſonſt ſo geſchmeidige Praktikus that, als ob er ihre Bitte


