Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Unter Martha's Schutz und in ihrer Geſellſchaft wagte es daher Ferdinand, die Wohnung des Gewalti⸗ gen zu betreten, mit dem er allerdings noch dieſe und jene kleine vergeſſene Rechnung auszugleichen hatte. In dem Vorzimmer, das mit den Portraits der berühmteſten Künſtler der Gegenwart behängt war, warteten bereits einige Herren und Damen, die mit Herrn Schürlein in Geſchäften zu thun hatten; an ihrer Sprache und einem gewiſſen genialen Etwas in Kleidung und Benehmen er⸗ kannte ſelbſt der oberflächliche Beobachter, daß ſie dem Standeder edlen Mimen angehörten. Die kecke Dame mit dem Stumpfnäschen und den gedrehten Löckchen, wel⸗ che an den Schläfen wie kleine Schnecken anklebten, konnte nur eine Soubrette ſein, während der Herr an ihrer Seite mit dem ſorgfältig gepflegten Schnurbart und dem ſelbſtgefälligen Lächeln jeder Zoll Liebhaber einer Bühne zweiten Ranges war.

Maleriſch in den roth verſchoſſenen Shawl gehüllt lehnte ſich die veraltete Primadonna auf den Seſſel in der Ecke, weil ihr die übrige Geſellſchaft nichtnobel genug erſchien; ſie hatte ſchönere Zeiten geſehen und beſ⸗ ſere Tage gekannt, da ſie noch jünger war und ihre Stimme noch nicht gelitten hatte. Damals wartete Herr Schürlein in ihrem Vorzimmer, wie ſie jetzt in dem ſeinigen. So ändern ſich die Zeiten und mit den Zeiten