u=
8*—2 2*
22
13
Mann beſitzt, als unverſchämte Geſinnungsloͤſigkeit be⸗ zeichnen konnten.
Ueberhaupt würde man dem Trefflichen Unrecht thun, wollte man ihn nach den Grundſätzen beurthei⸗ len, die er bei ſeinem geſchäftlichen Treiben beobachtete. Als Theateragent war er nicht von gewiſſen Fehlern ſei⸗ nes Standes frei zu ſprechen, als Menſch aber hätte er noch weit ſchlechter ſein können, als er wirklich war. Wo nicht ſein Vortheil auf dem Spiele ſtand, zeigte er ſich gutmüthig und gemüthlich, nur nicht in Geldſachen, wo bekanntlich die Gemüthlichkeit nach dem Ausſpruche eines großen Finanzmannes der Gegenwart aufzuhören pflegt. Es ging ihm wie ſo vielen Menſchen, deren Nächſtenliebe bei ſich ſelber anfängt und die, ſo lange nicht ihr Eigennutz und Egoismus berührt wird, gefällig, liebenswürdig, mit einem Worte die beſten Seelen von der Welt ſind. 4
Dies war der Mann, an den ſich jetzt Ferdinand in ſeiner Noth wenden wollte, obgleich er in letzter Zeit aus mancherlei Gründen jede Verbindung mit ihm abge⸗ brochen hatte; er rechnete aber auf die auch ihm bekannte Verſöhnlichkeit des Theateragenten, noch mehr aber auf die Erſcheinung ſeiner Begleiterin, da Herr Schürlein ſtets eine gewiſſe Vorliebe für das ſchönere Geſchlecht ge⸗ zeigt hatte.


