Es blieb kein gutes Haar an ihm und er riß ihn herun⸗ ter, daß es nun eine Freude war. Dagegen war er ge⸗ recht und mild gegen ſeine„Getreuen“, die er bis in den Himmel zu erheben keinen Anſtand nahm, ſelbſt wenn ihr Talent dies nicht verdiente. Wie ein zärtlicher Vater bedeckte er ihre Schwächen mit dem Mantel der chriſtli⸗ chen Liebe, während er mit bewunderungswürdigem Scharſinn ſelbſt da noch Vorzüge entdeckte, wo kein an⸗ deres Auge auch nur die leiſeſte Spur davon ſehen konnte.
Sein Hauptvorzug beſtand jedoch in einem hohen Grade von Verſöhnlichkeit; dem reuigen Sünder öffnete er ſeine Armen und ſein Herz, wenn dieſer nur wieder ſeinen Beutel öffnete und zu ihm zurückkehrte. Hatte er einen Schauſpieler eben erſt heruntergeriſſen, daß kein Hund außer ihm ſelber ein Stück Brod von ihm genommen hätte, ſo hinderte ihn dieſer Umſtand nicht, denſelben Künſtler in der nächſten Nummer in eben ſo überſchwäng⸗ lichen Ausdrücken zu loben, vorausgeſetzt daß der Betref⸗
fende die nöthige Buße, beſtehend in einem angemeſſenen
Geldtribut, geleiſtet hatte. Dann ſah auch Herr Schür⸗ lein ſeinen Fehler ein und er beeilte ſich, wie es einem guten Chriſten ziemt, denſelben ſchnell wieder gut zu machen. Dies geſchah mit einer großartigen Naivität, welche nur die Feinde und Neider, die jeder bedeutende


