Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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Nein! Du wirſt mich nicht anklagen, flüſterte ſie, als könnte dieſe ſie hören und verſtehen.Du kennſt die Liebe, welche die andern Leute nur im Munde aber nicht im Herzen führen, die Liebe, die uns frei macht von aller Schuld. Du wirſt mir verzeihen, ſelbſt wenn ich in meine Unwiſſenheit Deine reine Seele gekränkt haben ſollte.

Sie lauſchte, in melancholiſcher Srufterxäfeh auf eine Antwort wartend.

Nichts ließ ſich hören, als die Stimme des Kenen Kanarienvogels, der einſt Getrud gehört und den ſie kurz vor ihrer Krankheit an Martha zum Geſchenk gemacht hatte.

Jetzt klang ihr ſein leiſer ſchmetternder Ton wie ein ſtiller Troſt, wie ein Zuſpruch aus dem Munde der Freundin ſelbſt.

Komm, Du Treuer! rief ſie dem Vogel zu; Du ſollſt mich begleiten und mir in die Verbannung fol⸗ gen, als eine ſchmerzlich theuere Erinnerug.

Erſt als ſie ihr Diakoniſſinnen⸗Gewand ablegte und mit ihren alten Kleidern vertauſchte, fingen ihre Thränen wieder zu fließen an. Sie fühlte, daß ſie für immer Ab⸗ ſchied von dem friedlich⸗ſtillen Aſyle nahm, das ſie hier