Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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und wirklich aus der Tiefe eines Herzens kamen, das trotz der Unduldſamkeit eines warmen und innigen Gefühls nicht entbehrte, äußerte der würdige Seelſorger, indem er nun im Intereſſe der vermeintlich Schuldigen bedauerte, daß die ihr zugedachte ſchimpfliche Kirchenbuße auf Wunſch der von ihm hochgeehrten Oberin unterbleiben mußte.

Beide waren aber nicht wenig verwundert und em⸗ pört, daß Martha ihr Schickſal mit einer ſtolzen Ruhe hinnahm, die ſie ihr natürlich für Verhärtung des Her⸗ zens und ſchamloſe Frechheit auslegten. Erſt als ſie durch eine hochmüthige Handbewegung der Oberin verabſchiedet das Zimmer verlaſſen hatte, brach ihre mühſam behauptete Faſſung zuſammen.

Sie weinte und klagte auch jetzt nicht, aber ihr ſtum⸗ mer Schmerz war um ſo rührender. Bleich, mit gefalteten Händen und zum Himmel gerichteten Augen glich ſie dem Bilde einer Märtyrerin, die ſoeben ihr Todesurtheil ver⸗ nommen und voll Ergebung zu der Richtſtätte ſchreitet. Ergreifend war der Abſchied, den ſie von ihrer ſtillen Zelle nahm, wo ſie mit der unglücklichen Getrud die ſchönſten und auch die traurigſten Stunden in ihrem bewegten Daſein durchlebt hatte. Alles erinnerte ſie an die arme Freundin, deren entſetzliches Loos ihr ebenfalls aufgebürdet wurde.

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