Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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hier ab. Vor allen Dingen verlangen wir zunächſt Re⸗ chenſchaft über Ihr Zuſammenleben mit der unglücklichen Schweſter Getrud, die durch Ihre Schuld in die Klauen des Böſen gerathen iſt. Welche Mittel haben Sie ange⸗ wendet, um dieſe ſchuldlos fromme Seele zu umſtricken und von ihrem Gotte abwendig zu machen?

Von dieſer neuen, unerwarteten Anklage tief er⸗ griffen, war Martha nicht im Stande, ein Wort zu ihrer eigenen Vertheidigung vorzubringen; ihre Zunge ſchien gelähmt zu ſein. Die bloße Erinnerung an die unglück⸗ liche Freundin erſchütterte ſie ſo ſehr, daß ſie die Beſchul⸗ digung des Predigers kaum beachtete. Statt jeder Ant⸗ wort richtete ſie ihr dunkles Auge zum Himmel empor, als wollte ſie dieſen zum Zeugen ihrer Unſchuld anrufen. Ihr Stillſchweigen galt jedoch dem Geiſtlichen als Ver⸗ ſtocktheit des Herzens, theils als vollſtändiges Bekennt⸗ niß ihrer Schuld.

Unglückliche! rief dieſer ſalbungsvoll.Am Tage des Gerichtes wird der Herr dieſe verlorene Seele von Dir fordern. Was willſt Du ihm antworten, wenn er Dich fragen wird: Wo iſt Deine Schweſter? Ruch⸗ loſer als Kain haſt Du nicht ihren Körper, ſondern ihren unſterblichen Geiſt durch Dein hölliſches Beiſpiel getödtet. Haſt Du ihr nicht jene dämoniſche Worte und Lieder