Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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Bei dieſen Worten wurden Martha's Wangen von einer glühenden Röthe überzogen, welche bald wieder der Bläße des Todes wich; ihre Augen füllten ſich mit Thränen und ein krampfhaftes Zittern verrieth den tiefen Schmerz, der bei dieſem Schimpf durch ihre Seele tobte. Als hätte ſie ein mörderiſcher Dolch getroffen, ſo zuckte ſie zuſammen und griff mit beiden Händen nach ihrer Bruſt. Eine Ohnmacht wandelte ſie an und ſie mußte ſich an die Wand lehnen, um nicht zu fallen. Trotz ſeines frommen Eifers fühlte der Geiſtliche mehr Mitleid mit ihrem Zuſtande als die kalte Oberin, welche ungerührt dieſer Szene mit beiwohnte..

Sie gehen zu weit, liebe Tochter! ſagte er ihr leiſe.Laſſen Sie mich mit dem Mädchen reden; viel⸗ leicht gelingt es mir, dies verſtockte Herz zu rühren.

Martha! begann er im milderen Tone;geſte⸗ hen Sie Ihre Schuld, nur ein offenes Bekenntniß und die aufrichtigſte Reue kann Sie vor der verdienten Be⸗ ſchimpfung retten. Sie haben eine Reihe ſchwerer Sün⸗ den auf ſich geladen, für die Sie Buße thun und Strafe leiden müſſen; das fordert die göttliche Gerechtigkeit. Ich beſchwöre Sie bei ihrem zeitigen und ewigen Wohle, geben Sie der Wahrheit die Ehre und legen Sie ein offenes Geſtändniß vor mir und Ihrer würdigen Oberin