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eingegeben, womit ſie jetzt die zum Gebet geſchaffenen Lippen entweihet? Warſt Du es nicht, die das unſchul⸗ dige Herz vergiftet und mit unreinen Gedanken an⸗ gefüllt?“
„Nein, nein!“ ſtöhnte Martha vor einer ſolchen Beſchuldigung zurückſchaudernd.„Das iſt mehr, als ein Menſch ertragen kann. Gott weiß es, daß ich Getrud wie eine Schweſter geliebt habe. Was kann ich dafür, wenn ihr Herz aus ſeinem Schlummer endlich erwacht und ein lang unterdrücktes Gefühl um ſo gewaltſamer hervorgebrochen iſt? Wenn meine arme Freundin wahn⸗ ſinnig geworden iſt, ſo bin ich nicht anzuklagen, ſondern jener finſtere Geiſt der Schwärmerei, dem ſie zum Opfer werden mußte.“
„Ich höre nur, wie der Böſe aus Dir redet; das iſt die Sprache des modernen Unglaubens. Geht nun hin und folgt der ſo genannten Stimme der Natur, wälzt euch im Schlamme der gemeinſten Sinnlichkeit, überlaßt euch ohne Rückhalt der Begierde, ſeid thieriſcher als ſelbſt das unvernünftige Thier. Das iſt die neue Lehre, welche von den Jüngern des Materialismus auf den Straßen laut gepredigt wird, dem die ſittenloſen Buben und die entarteten Dirnen ihren Beifall jauchzen. Das iſt der Weg, den Du wandelſt und der zu Deinem zeitlichen und ewigen Verderben Dich ſicher führen wird. Statt der


