Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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ſie auf einen Wink der Oberin ſich entfernen mußte, was ſie auch brummend that.

Martha blieb mit dieſer und dem ebenfalls anwe⸗ ſenden Geiſtlichen allein zurück.

Im Bewußtſein ihrer Schuld war ſie der Oberin näher getreten, um ihre Vergebung anzuflehen; dieſe machte dagegen eine abwehrende Bewegung und wich ei⸗ nige Schritte zurück, als fürchtete ſie durch die Berüh⸗ rung einer Verpeſteten angeſteckt zu werden. Auch der Prediger wandte ſein Geſicht ab, als ſie ihre Augen zu ihm mit rührender Bitte aufſchlug.

Ach! nur ein Blick des Mitleids, nur ein freund⸗ lich ernſtes Wort, wie ſie der Heiland in ſeiner unend⸗ lichen Barmherzigkeit ſelbſt an den ſchwerſten Sünder richtete und ſie wäre auf ihre Kniee geſunken, hin⸗ geſchmolzen in tiefſter Reue, gebadet in Thränen der aufrichtigſten Zerknirſchung.

Einige peinvolle Minuten vergingen, ehe die Oberin das Wort ergriff und von ihrer ariſtokratiſchen und ſittli⸗ chen Höhe herab ſchauend, wie der unerbittliche Richter einem überwieſenen Verbrecher gegenüber mit Martha verhandelte.

Wo ſind Sie geweſen? fragte ſie im inquiſitori⸗ ſchen Tone.