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nennen war, ſchwärmte, ohne die Gefahr zu ahnen, für den jugendlichen Helden mit, welcher ihr im Zauber der ihn umgebenden Poeſie entgegentrat. Wie die meiſten, unerfahrenen Mädchen in dieſem Alter verwechſelte ſie den Schauſpieler mit den edlen Charakteren, die er vor⸗ führte, übertrug ſie ihre romantiſche Liebe für die Schöpfungen der dichteriſchen Phantaſie auf den Dar⸗ ſteller derſelben. Sie verſäumte keine Vorſtellung, worin Ferdinand auftrat, ſie klatſchte ihm Beifall und warf ihm ſchüchtern aus ihrer Loge die ſchönſten Blumenſträuße zu. Unmöglich konnte ſie glauben, damit etwas Unrechtes zu thun, da ihre Schweſtern wie die ganze Stadt ihren En⸗ thuſiasmus theilten. Sprach man nicht in allen Geſell⸗ ſchaften nur von Ferdinand, hing nicht ſein wohlgetroffe⸗ nes Bild in allen Schaufenſtern und ſelbſt in den Prunk⸗ ſtuben der feinſten Damen, wurde er nicht in die beſten und ehrenwertheſten Familien eingeladen?
Ach! nur einmal wollte ſie ihn ſehen und ſprechen; für einen ſolchen Augenblick hätte das fünfzehnjährige Mädchen die übrige Zeit ihres Lebens mit tauſend Freu⸗ den hingegeben.
Zu ihrem Unglück ſollte dieſer Herzenswunſch nur zu zeitig ihr erfüllt werden. Als ſie eines Tages in das Zimmer ihrer Mutter trat, fand ſie Ferdinand in leb⸗


