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ſtiller Strom ohne Stürme und Anfechtungen dahinge⸗ floſſen. Von früheſter Jugend hatte ſie einen Hang zur religiöſen Schwärmerei gezeigt und mit ihren Eltern einem frommen Konventikel angehört, der ſich wöchentlich einigemal zum Gebete und Abſingen von Liedern verſam⸗ melte, da dieſen gläubigen Seelen die gewöhnliche Art des Gottesdienſtes nicht genügte. 3 In ſolcher Umgebung und unter ſolchen Eindrücken war Getrud aufgewachſen; all' ihr Denken und Fühlen nahm unwillkürlich eine derartige überirdiſche Richtung an; in ihre Kinderſpiele ſchon miſchte ſich das Bild des Heilandes, und als kleines Mädchen bezog ſie bereits Alles, was ſie dachte und that, auf ſeine göttliche Erſcheinung. Ihm ſchrieb ſie, ſobald ſie überhaupt ſchreiben konnte, die rührendſten Briefe voll kindlicher Zärtlichkeit, die ſie den Winden anvertraute, um ſie zu ſeiner himmliſchen Wohnung hinaufzutragen; ihm ſchenkte ſie ihr liebſtes Spielzeug, die ſchönſten Blumen, welche ſie in dem elter⸗ lichen Garten für ihn pflückte. Es bedurfte nur der Er⸗ innerung an ihn, um ſie folgſam zu machen. Die from⸗ men Eltern unterhielten und nährten durch ihr eigenes Beiſpiel und Reden dieſen ſchwärmeriſchen Eifer. So wuchs Getrud auf in einfältiger, inniger Liebe zu dem Erlöſer, eine jener wunderſamen Blüthen des modernen Pietismus, wie ſie, wenn auch nun noch ſelten, in dieſer
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