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mutter habe. Wenn ich den herſage, ſchlafe ich gleich ein und die böſen Träume haben keine Gewalt über mich:
Abends, wenn ich ſchlafen geh',
Vierzehn Engel bei mir ſteh'n,
Zwei zu meiner Rechten,
Zwei zu meiner Linken,
Zwei zu meinen Häupten,
Zwei zu meinen Füßen,
Zwei, die mich decken,
Zwei, die mich wecken,
Zwei, die mich weiſen
In das himmliſche Paradeischen.“
„Dein Spruch iſt wunderſchön, aber ich fürchte, daß er mir doch nicht helfen wird.“
„Verſuch' es nur, aber Du mußt vor allen Dingen den rechten Glauben dazu haben, aber ich fürchte, daß der Dir fehlt.“
Derartige Geſpräche wiederholten ſich öfters; trotz ihres kindlichen Weſens hatte Getrud ſchon in den erſten Tagen ihrer Bekanntſchaft mit Martha die richtige Be⸗ merkung gemacht, daß es ihrer neuen Freundin an jener inneren Frömmigkeit fehlte, welche ihre eigene Seele ſo gänzlich ausfüllte. Aus dieſem Mangel leitete ſie inſtinkt⸗ mäßig all' jene ſeltſamen Erſcheinungen, Martha's Trauer, Zerfallenheit und wunderliches Benehmen ab. Sie ſelbſt blieb ſich immer gleich, ihr Leben war bis dahin wie ein


