all' die wunderbaren Gefühle und Erinnerungen, von denen die junge Seele ihres Zöglings beſtürmt wurde.
Auch die ihr näher ſtehende Getrud that wohl zu⸗ weilen dieſelbe Frage, wenn ihre ſeltſame Freundin plötz⸗ lich im Schlafe auffuhr und ängſtlich einen fremden Na⸗ men rief, oder im Traume verworrene Reden führte, wobei ſie ſo tief aufſchluchzte und ſtöhnte, daß die Gute ordentlich erſchrak.
„Was fehlt Dir?“ fragte ſie dann Martha am nächſten Morgen zärtlich.
„Nichts,“ entgegnete dieſe ausweichend.
„Du haſt wieder heute Nacht ſo gejammert, daß ich Dich ſchon wecken wollte, wenn Du nicht ſo feſt ge⸗ ſchlafen hätteſt.“
„Haſt Du was gehört?“ fuhr ſie dann erſchrocken auf.„Weißt Du, was ich geſagt habe?“
„Ich habe nur einzelne Worte ohne jeden Zuſam⸗ menhang vernommen.“
„Achte nicht darauf, was Du auch hören magſt. Es iſt ganz bedeutungslos. Ich habe ſchon als Kind immer ſo ſchreckliche Träume gehabt.“
„Das kommt davon,“ erwiederte die Diakoniſſin mit rührender Einfalt,„weil Du nicht recht beteſt. Ich will Dich einen Spruch lehren, den ich von meiner Groß⸗


