Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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Lage wie eine verzauberte Prinzeſſin in einem alten Mähr⸗ chen aus den Kindertagen vor, die von einem feindlichen Geſchick verfolgt ſich zu den niedrigſten Dienſten gezwun⸗ gen ſieht. Wenn ſie vor dem flammenden Herde ſtand und in die zuckende Gluth träumeriſch ſtarrte, fielen ihr wohl dieſe alten Geſchichten und Bilder wieder ein, und ſie mußte unwillkürlich über dieſe Aehnlichkeit wehmüthig lächeln. Darüber geſchah es wohl auch zuweilen, daß ſie ihre Arbeit vergaß und ein ihr aufgetragenes Gericht verderben ließ, was ihr immer von Seiten der eifrigen Veronika eine gepfefferte Standrede eintrug.

Dann fuhr ſie wohl langſam mit der Hand über die weiße Stirne, als wollte ſie von dort die ſich aufdrän⸗ genden Gedanken verſcheuchen, oder ſie ſprach einige ent⸗ ſchuldigende Worte, begleitet von einem Lächeln, dem ſelbſt die ſtrenge Küchenherrſcherin nicht zu widerſtehen vermochte.

„Na, na!“ pflegte dieſe zu ſagen;„auch eine per⸗ fekte Köchin kann einmal einen Bock ſchießen und den Braten anbrennen laſſen, wenn es nur nicht wieder pa⸗ ſirt. Sie haben ganz ſchöne Fortſchritte gemacht, wenn Sie nur nicht ſo zerſtreut wären. Ich möchte um des Himmelswillen nur wiſſen, woran Sie denken?“

Das ſagte ihr freilich Martha nicht, und die gute Seele hatte keine Ahnung und auch kein Verſtändniß für