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Anfänglich widerſtanden ihr freilich die niederen Dienſtleiſtungen, denen ſie ſich unterziehen mußte, und alle jene Verrichtungen, auf die ſie früher mit verächtlicher Gleichgültigkeit herabgeſehen. In ihrem elterlichen Hauſe hatte ſie den größten Theil des Tages mit dem Leſen von Romanen, Clavierſpielen und ähnlichen Beſchäftigungen zugebracht, womit die Töchter der beſſeren Familien die Zeit verſchwenden, indem ſie in der That glauben, etwas Nützliches zu thun. Oft ſeufzte daher auch Martha, wenn ſie ihre bisher ſo ſorgfältig geſchonten Hände dem Feuer ausſetzen und damit Alles angreifen mußte; allmälig aber lernte ſie die bisher ſo gering geſchätzte Arbeit achten und gewann ſogar dieſelbe lieb, weil ſie dadurch von ihren trüben Gedanken und Erinnerungen abgezogen wurde. Sie fand daran einen Schutz gegen die finſteren Geiſter der Vergangenheit, welche in ihrer Seele von Zeit zu Zeit auftauchten, wie gegen die Sirenenſtimmen der Verſuchung, die noch nicht gänzlich in ihrem leiden⸗ ſchaftlichen Herzen erſtorben war.
Der Segen der Arbeit bewährte ſich an ihr. Gerade dieſe niedere mechaniſche Thätigkeit, welche doch ihre ganze Aufmerkſamkeit in Anſpruch nahm, war dazu ge⸗ eignet, ihr nach und nach die erſehnte Ruhe zu geben. Die Regelmäßigkeit und Ordnung, welche in der Anſtalt herrſchten, brachten ein Gefühl von Sicherheit für ſie


