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Jungfer noch keine Taſſe Thee kochen, keine Waſſerſuppe bereiten kann. Ich kenne das, und wenn ich ihr erſt alle meine Künſte angelernt und ſie zu einer perfekten Köchin gemacht habe, wird ſie wie die Andern mich verlaſſen und ſtolz auf mich herabſehen. Ich hab' es wirklich ſatt, mit den Gelbſchnäbeln abzugeben und ſie abzu⸗ richten.“
„Sei nicht ſo wunderlich,“ antwortete Getrud mit
ſanftem Ernſt.„Meine Freundin wird gewiß nicht un⸗
dankbar ſein und nie vergeſſen, was ſie Dir ſchuldig iſt.“
„Nun meinetwegen,“ murmelte die Alte,„mag ſie bleiben, und es ſoll nicht an mir liegen, wenn ſie keine per⸗ fekte Köchin wird. Aber das ſag' ich gleich, geſchont wird hier nicht. Wer bei mir iſt, muß arbeiten und darf nicht die Hände in den Schoos legen, ſonſt ſind wir gleich ge⸗ ſchiedene Leute.“
Die derbe Art und Weiſe der Alten wurde durch einen humoriſtiſch gutmüthigen Anſtrich wieder gemildert, ſo daß ſich Martha bald mit Hilfe ihrer neuen Freundin in dieſe ſeltſamen Launen zu finden wußte, obgleich ihr leicht erweckter Stolz mehr als einmal im Laufe der Unterhaltung verletzt wurde. Auch mit der ihr zugemuthe⸗ ten Beſchäftigung in der Küche fing ſie ſich an auszuſöh⸗ nen, weil ihr keine andere Wahl blieb und ſie die Noth⸗ wendigkeit einſah, ſich in das Unvermeidliche zu fügen.
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