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noch auf das Heil und die Verſöhnung baut, die Zuſpruch eines Bruders und der menſchlichen Theilnahme ihm entgegenquellen.
Von ſolchen Gedanken wurde die Harrende tief ℳN
wegt, bis die Oberin ſie rufen ließ, um ſie zu hören. Mit leiſem Gruße trat ſie in das hohe Zimmer, welches durch die bunt gemalten Scheiben ein eigenes, gedämpftes Licht erhielt und im mittelalterlichen Styl gehalten ei⸗ nen vollkommen fremdartigen Eindruck hinterließ. Einige alte Oelgemälde und ein großes ſchwarzes Kruzifix mit dem Bilde des Heilandes in Elfenbein geſchnitzt hingen an
den grauen Wänden, welche zu der ſpitz gewölbten Decke emporſtiegen, von der ein wunderlich geformter Kron⸗ leuchter von Engelsköpfen umgeben niederſchwebte. Sämmtlicher Hausrath, Tiſche und Stühle mit hohen Lehnen waren im gothiſchen Geſchmacke aus gedunkeltem Eichenholze kunſtvoll gedrechſelt und mit geſtickten Kiſen„ V belegt. Die weichen Teppiche und ſchweren Vorhänge von
grauer Seide verliehen dem Ganzen trotz aller klöſterli⸗ chen Einfachheit das Gepräge einer gediegenen Pracht und eines wohlthuenden Comforts.
Die mittelalterliche Aſkeſe hatte ſich mit dem mo⸗ dernen Luxus zu einer behaglichen Einrichtung verſchmol⸗ zen; ſelbſt eine leichte Coquetterie mit der Frömmigkeit


