Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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wie mit ihrer Mutter, die ſeit Jahren ſchon im Grabe uhte he früh für ihr verlaſſenes und der Verſuchung Preis gegebenes Kind. 8 In jedem viel bewegten Leben kommt wohl ein ſol⸗ ither Zeitpunkt, wo die ſchwer belaſtete und verwirrte Seele ſich nach einem Helfer in der Noth, nach einer Stütze ſehnt, um ſich von der drückenden Bürde zu be⸗ freien. Sie ſucht gleichſam außerhalb der Kirche nach ei⸗ nem Prieſter, der ſie wieder mit Gott verſöhne und ihr den verlorenen Frieden durch ſeinen Zuſpruch wiedergeben ſoll. Mit wunderbarem Vertrauen wendet ſich der Menſch an den Menſchen, dem er ſein Innerſtes erſchließen, ſeine verborgenſten Gedanken entdecken will, weil er noch nicht den Glauben an die ſittliche Kraft und Reinheit im An⸗ dern verloren hat und der Tugend die Macht zuſchreibt, den Verirrten aus allen ſeinen Bedrängniſſen zu retten. So groß aber iſt die himmliſche Gewalt der Reue, daß meiſt das bloße Geſtändniß ſchon Erleichterung ſchafft, die alleinige Mittheilung das gepreßte Herz befreit. Häu⸗ fig ſieht man die größten Verbrecher von einem ſolchen Drang erfaßt, plötzlich ihre Schuld geſtehen, wenn ſie auch wiſſen, daß ſie ihr Leben dadurch verwirken. So tief wurzelt im Menſchen ſelbſt der Glaube an die beſſere Natur des Menſchen, daß er von Seinesgleichen wie vom Himmel Erlöſung hofft, und daß der Verworfenſte