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Der Geheimrath : ein Lebensbild / von Max Ring
Entstehung
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hielt ſich im Hintergrunde ſo lange verborgen, bis die Mutter für ihn geſprochen haben würde. Sie that es und pries dem ſtaunenden Reisland die Hingebung und Selbſtoerleugnung des Sohnes, deſſen Aufopfe⸗ rung ſie ihm nicht genug zu rühmen wußte. Die Worte der Frau ſchmolzen das Eis, welches ſich um das Vaterherz im Lauf der Zeit gelagert hatte, wie linder Frühlingshauch hinweg; ſein väterliches Gefühl erwachte mit verdoppelter Stärke. Das Unglück hatte ihn ohnehin weicher und nachgiebiger gemacht, nachſichtig mit den Schwächen Anderer, da er ſelbſt ſich nicht frei wußte von ſchwerer Schuld. Nur die Scham hielt ihn noch zurück, der Gedanke, vor dem Sohn erröthen zu müſſen: aber auch dieſe mußte überwunden werden.

Wo iſt er? fragte der Gefangene, ſeine Arme ihm entgegenbreitend.

Die Mutter führte ihn an ihrer Hand dem Vater zu, der mit zitternden Armen ihn umſchlang.

Gott ſegne Dich, ſtammelte der Unglückliche tief ergriffen,Gott ſegne Dich, mein Sohn!

Die untergehende Sonne goß vor ihrem Scheiden durch das niedere Fenſter ihre flammende Purpurglut und verwandelte das Gefängniß in ein ſtrahlendes Heiligthum, in eine ſtille Friedenskirche, wo die Liebe und Verſöhnung ihre heiligen Myſterien feierten. Auch