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die verlaſſene Schweſter außerdem zu tröſten. Zum Glück beſaß Eugenie ein Herz, das aus leichterem Stoff geformt, nicht unter dieſer erſten Täuſchung erlag, obgleich ihr Schmerz darum nicht minder leb⸗ haft vielleicht, nur umſo heftiger war, je kürzere Zeit er dauerte.— Am tiefſten wurde Friedrich von der Verhaftung des Vaters betroffen; im Augen⸗ blick hatte er alles vergeſſen, ſeine Verſtoßung aus dem elterlichen Hauſe, das jahrelange Unrecht, wel⸗ ches er erlitten, den aufgehäuften Groll in ſeinem Herzen. Auf die erſte Nachricht davon ſtürzte er, nur ſeiner unterdrückten Liebe und dem kindlichen Gefühle folgend, zu den Seinigen.
„Mutter! Mutter!“ rief er im herzergreifen⸗ den Tone.„Iſt es wahr, was ich gehört habe?“
Ihr ſchmerzliches Stillſchweigen beſtätigte nur ſeine Befürchtungen. Er ſprach nichts mehr, ſon⸗ dern ergriff ihre Hand, welche er mit ſeinen Thrä⸗ nen benetzte; ſie vermochte ihm dieſelbe nicht zu ent⸗ ziehen. Der Schmerz und das Unglück hatten ſie mild geſtimmt und der verlorene Sohn ſank an das wieder geöffnete Mutterherz.
Nur ein ſtilles Schluchzen wurde gehört.—
So war der Friede der Familie durch das trau⸗ rige Ereigniß wieder hergeſtellt: ein Sonnenſtrahl Der Geheimrath. 16


