Beziehung würdig ſtand ihr Martha zur Seite; ihre edlen Eigenſchaften des Herzens und des Geiſtes entfalteten ſich umſo ſchöner und kräftiger, je mehr dieſelben durch die Ungunſt der Verhältniſſe heraus⸗ gefordert wurden. Charaktere wie der ihrige erpro⸗ ben ſich im Mißgeſchick wie die Eiche im Sturm und ſtehen feſt als eine Stütze und ein Schirm der Schwächeren da. Am wenigſten vermochte ſich noch Eugenie in die veränderte Lage zu finden; ſie litt auch am meiſten, da der lachende Traum ihres Glük⸗
kes und ihrer Liebe zugleich betroffen und zerſtört—
wurde. Was die ältere Schweſter mit ahnendem Geiſte vorausgeſehen, geſchah; Blumfeld beſtand die Prüfung nicht und lockerte nach und nach das Band, welches Sinnlichkeit, Eitelkeit und Eigennutz geknüpft hatten, unter allerlei nichtigen Vorwänden. Geſchah dieß auch in ſchonender Weiſe und mit dem An⸗ ſtande, welchen der ſogenannte gute Ton fordert, ſo war der Schmerz darum nicht minder groß. Vor ſich ſelber ſuchte der Lieutenant ſein Benehmen mit dem Phantom der Standesehre zu entſchuldigen, die ihm ſeine Liebe zu opfern befahl, da er die un⸗ ſchuldige Tochter eines Verbrechers unmöglich zum Altare führen konnte. Martha hatte nun die doppelt ſchwere Aufgabe, ihr eigenes Leid zu tragen und


