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Der Geheimrath : ein Lebensbild / von Max Ring
Entstehung
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net, ein Aergerniß zu vermeiden. Leider wiegte ſich Reisland trotz der empfangenen Nachricht noch immer in einer gewiſſen Sorgloſigkeit, ſo daß ihn ſeine Verhaftung ebenſo unvorbereitet traf, wie die ganze Wendung ſeines Schickſals in den letzten vierund⸗ zwanzig Stunden. Er hatte noch immer nicht die Hoffnung auf einen günſtigeren Ausgang aufgege⸗ ben; er ſollte erſt aus ſeiner Täuſchung in einem Gefängniſſe erwachen. Die Beſetzung des Hauſes vonſeiten der Polizei, das Erſcheinen des Staats⸗ anwalts und einiger Gerichtsperſonen, die Beſchlag⸗ nahme und die Verſieglung der betreffenden Papiere konnten auch der übrigen Familie nicht verborgen bleiben. Die Geheimräthin ſtieß einen lauten Schrei aus, als ſie die grauenvolle Wahrheit in ihrem vollen Umfange erfuhr; eine wohlthätige Ohnmacht er⸗ ſparte ihr den Schmerz der Trennung und ihm das Geſtändniß ſeiner Schuld vor der geſammten Fami⸗ lie. Martha beſchäftigte ſich mit der auf einen Stuhl hingeſunkenen Mutter, während Engenie in maßloſer Heftigkeit ſich an den Vater klammerte und nur mit ſchonender Gewalt von den Beamten entfernt werden konnte. Dieſe verließen endlich mit Reisland das Haus tief erſchüttert bei der Aus⸗ übung ihrer traurigen Pflicht, hinter ſich troſtloſe