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Der Geheimrath : ein Lebensbild / von Max Ring
Entstehung
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fragte er, einen bedeutſamen Blick mit dem wür⸗ digen Diener wechſelnd.

Ich habe alles gethan, was mir meine Pflicht gebietet und erwarte nur den Ausſpruch Eurer Ma⸗ jeſtät.

Die Gerechtigkeit ſoll ihren freien Lauf haben, obgleich der Fall in mehr als einer Beziehung mich tief bekümmert und verletzt.

Der Präſident verneigte ſich, den Schmerz des Fürſten und ſeine Bedenken vollkommen theilend, aber innerlich erfreut, daß kein Machtwort dem Gange der Gerechtigkeit hemmend in den Weg tre⸗ ten ſollte. Er hatte nur noch die traurige Verpflich⸗ tung, Reisland's Verhaftung anzuordnen und die ganze Angelegenheit den Händen des Staatsanwal⸗ tes zu übergeben. Darüber verging eine hinläng⸗ liche Zeit, welche der Angeſchuldigte zur Flucht be⸗ nutzen konnte. Ein anonymes Schreiben ſetzte dieſen ſogar von den betreffenden Maßregeln in Kenntniß; es war dieß der letzte Verſuch, der öffentlichen Mei⸗ nung eine Verhandlung zu entziehen, welche dem geſammten Richterſtande zum Nachtheil gereichen konnte. Von welcher Hand auch die Warnung kam; ſie war keineswegs in der Abſicht ertheilt, um den Schuldigen zu retten, ſondern mehr darauf berech⸗