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Der Geheimrath : ein Lebensbild / von Max Ring
Entstehung
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mit der ſchweren Laſt ſeiner Schuld und der Ver⸗ zweiflung im Herzen.. Nachdem ihn der Präſident verlaſſen, erwachte er erſt aus ſeinem dumpfen Brüten und überließ ſich dem grenzenloſeſten Jammer über die eigene Schande und den Ruin, den er über ſeine unſchuldige Fa⸗ milie gebracht hatte. Der Gedanke an ſeine Frau, welche er auf der Welt am meiſten liebte, bereitete ihm den größten Schmerz und der Tod erſchien ihm als die höchſte Wohlthat. Immer mehr befreundete er ſich mit der ſchrecklichen Idee; das Leben hatte keinen Werth mehr für ihn; ein plötzliches Ende konnte vielleicht auch ſeiner Familie nützen und die Schande des von ihm begangenen Verbrechens ab⸗ wenden. Er ſuchte nach einer Waffe, aber zum Glück fand er keine in dem Zimmer, um ſeinen raſchen Entſchluß auszuführen; dann wollte er mit dem Halstuch, das er trug, ſich erdroſſeln. Mechaniſch band er dasſelbe ab und bildete eine Schlinge, welche er an das Fenſterkreuz zu befeſtigen gedachte, um ſo gewaltſam ſeinen Tod herbeizuführen. Im ent⸗ ſcheidenden Augenblick überſiel ihn jedoch eine na⸗ türliche Schwäche; der Trieb der Selbſterhaltung verſteckte ſich unbewußt hinter ſeine religiöſe Bedenken und trug den Sieg davon. Als junger Aſſeſſor hatte