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Der Geheimrath : ein Lebensbild / von Max Ring
Entstehung
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er einmal den Leichnam eines erdroſſelten Selbſtmörders geſehen; die hervorgequollenen, mit Blut unterlaufenen Augen, die blaurothe Färbung des verzerrten Geſichts, das ganze widrig gräßliche Bild hatte ſich ſeiner Seele eingeprägt, und trat jetzt in abſchreckender Lebendigkeit vor ſeine Augen. Ein dumpfes äſthe⸗ tiſches Bewußtſein erfüllte ihn mit Widerwillen vor dieſer Todesart, die einzige, welche er zu wählen hatte. Auch an Flucht dachte er und das Beneh⸗ men des Präſidenten ſchien ihm faſt darauf berechnet, ihm dieſen Ausweg offen zu laſſen; denn ſeine Wäch⸗ ter hielten vorläufig nicht das Haus beſetzt, ſondern begnügten ſich lediglich mit der Beobachtung ſeiner Perſon aus einer gewiſſen Entfernung, um jedes Aufſehen bis zur erfolgten Entſcheidung durch den Fürſten zu vermeiden. Daher kam es auch, daß weder die Nachbarſchaft, noch ein Mitglied ſeiner eigenen Familie von dem Vorfall eine Ahnung hatte. Es ſchien förmlich darauf angelegt, ihm ſeine heimliche Entfernung zu erleichtern, da die betreffenden Beamten eine auffallende Läſſigkeit in der Ausübung ihrer Pflicht verriethen. Er brauchte nur den Moment ab⸗ zuwarten, wo dieſe ſich abwendeten, um unerkannt und wahrſcheinlich auch unverfolgt das Haus zu ver⸗ laſſen. Von ſeinem Fenſter aus konnte er ihre Be⸗