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Der Geheimrath : ein Lebensbild / von Max Ring
Entstehung
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Stirn und das frühere ſelbſtgefällige Lächeln war von ſeinen ſchmalen Lippen verſchwunden. Sogar ein Seufzer entrang ſich ſeiner Bruſt; die Verſtim⸗ mung, welche ſich ſeiner Seele bemächtigt hatte, machte ſich in den Worten Luft:Muß der Unglücks⸗ menſch mir gerade jetzt begegnen! Er ſuchte jedoch bald wieder Herr ſeiner Stimmung zu werden und als der Wagen vor dem Portale des engliſchen Hauſes hielt, war ſein Geſicht glatt und ungetrübt wie der Spiegel des Meeres, dem man auch nicht den eben vertobten Sturm anzuſehen vermag; nur um den ſchlaffen Mund zitterte die eben erlebte Aufregung in einem leiſen, unheimlichen Zucken nach. In feſter Haltung trat er jetzt in den Saal, wo das Jubiläum eines achtungswerthen Staatsdieners mit einem glänzenden Feſteſſen gefeiert werden ſollte. Bereits hatten ſich die Spitzen der Behörden hier verſammelt, darunter der Miniſter ſelbſt, um dem würdigen Greiſe ihre Glückwünſche darzubringen. Der Geheimrath zählte zu den intimeren Freunden desſelben und ſein Srſcheinen machte ſichtlich auf den Jubilar den angenehmſten Eindruck. Ich habe Sie erwartet, ſagte dieſer, ihm die Hand entgegenſtreckend.Wußt' ich doch, daß Sie nicht ausbleiben würden an meinem Ehrentage. Sie