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Der Geheimrath : ein Lebensbild / von Max Ring
Entstehung
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ſind ſeit Jahren ſchon mein beſter Freund, ich möchte faſt ſagen, mein einziger.

Und ich bin ſtolz auf dieſen Vorzug; nur wünſche ich noch meine Freundſchaft in irgendeiner Weiſe Ihnen bethätigen zu können.

Das kann ſchneller kommen als Sie denken. Ich habe dieſe Tage mein Teſtament gemacht und Sie zum Vollſtrecker desſelben ernannt. Den Dienſt dürfen Sie mir nicht abſchlagen.

Gewiß nicht; nur begreife ich nicht, wie Sie gerade heute und an einem ſolchen Freudentage daran denken?

Ich fürchte, bemerkte mit einem leiſen Anflug von Humor der Jubilar,daß die allzugroße Ehre und Freude, die mir von allen Seiten heute zutheil geworden iſt, mich noch erdrücken wird. Wäre es nach mir gegangen, ſo hätte ich am liebſten den ſeltenen Tag in tiefſter Zurückgezogenheit mit meinen alten Freunden und meinen alten Erinnerungen zugebracht. Das ging aber nicht an und ſo muß ich denn mit meinem ſchwachen Magen einem Feſteſſen beiwohnen, das ich nicht mehr vertragen kann und das mich tödten würde, wenn ich wirklich von dem Speiſezettel Ge⸗ brauch machen ſollte. Ja, ja, mein lieber Freund! Göthe hal ganz Recht: ‚Was man in der Jugend ſich