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Der Geheimrath : ein Lebensbild / von Max Ring
Entstehung
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innerte und ihm perſönlich wohlwollte. Es konnte ihm gar nicht fehlen und in Gedanken ſah er ſich bereits als Präſident. Während er ſich noch in dieſen angenehmen Träumen wiegte, drohte bereits ein Ungewitter an dem Horizonte ſeiner heiteren Laune aufzuſteigen. Zufällig fielen ſeine Augen auf die Ge⸗ ſtalt eines jungen Mannes oon ſechs⸗ bis achtund⸗ zwanzig Jahren, der aus einem an der Straße lie⸗ genden Kaufladen trat. Beider Blicke kreuzten ſich in demſelben Moment und dieſes Zuſammentreffen ſchien eine gleiche erſchütternde Empfindung bei den betheiligten Perſonen hervorzubringen. Der junge Mann grüßte mit unverkennbarer Befangenheit und ſah faſt mit bittenden Geberden, wie um Verzeihung flehend, zu dem Geheimrath empor, der ſich zürnend und kalt abwendete, als wollte er von dem Grüßen⸗ den auch nicht die geringſte Notiz nehmen. Dieſer ſtarrte dem dahineilenden Wagen tief erſchüttert nach und fuhr mit der Hand über die feuchten Augen, um eine hervorquellende Thräne zu verwiſchen; dann, wie von einem plötzlichen Entſchluß gefaßt, ſchlug er die entgegengeſetzte Richtung nach dem Thore ein. Auch den Geheimrath ſchien dieſe unerwartete Be⸗ gegnung unangenehm berührt zu haben. Eine fin⸗ ſtere Wolke des Unmuths lagerte ſich auf ſeiner