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Der Geheimrath : ein Lebensbild / von Max Ring
Entstehung
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trotz ſeinen ſchreienden Proteſtationen von der Straße in den Keller führte.

Unterdeß fuhr der Wagen mit dem Geheimrath Reisland durch das Thor und gelangte ſo aus dem ſtilleren Stadttheil in die lebendigeren Straßen der Reſidenz. Bekannte grüßten, die ihn begegnenden Subalternen zogen tief den Hut; wohin er blicken mochte, überall fand er befreundete oder unterthänige Geſichter und es fehlten ihm nicht die Beweiſe da⸗ für, daß er in allgemeiner Achtung ſtand.

Er fühlte, daß er Etwas zu bedeuten habe, daß er eine hervorragende Stellung in der Hauptſtadt ein⸗ nehme. Dieſes Bewußtſein verſetzte ihn in eine hei⸗ tere Stimmung, und wie er ſo dahin rollte in der ſchönen Equipage, von allen Seiten geehrt und auch gekannt, überkam ihn ein gewiſſer Stolz, wie er es bereits ſo weit gebracht; und die Hoffnung, daß er noch nicht am Ziele ſeiner Laufbahn ſtehe. Dieſe angenehme Empfindung wurde noch wo möglich er⸗ höht, als er auf ſeinem Wege dem Monarchen ſelbſt begegnete und dieſer den ehrfurchtsvollen Gruß des Geheimraths durch eine herablaſſende Kopfbewegung und ein wohlwollendes Lächeln erwiederte. Reisland hatte ſich gewiß nicht getäuſcht, wenn er annahm, daß der gnädige Fürſt ſich ſeiner treuen Dienſte er⸗