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Der Geheimrath : ein Lebensbild / von Max Ring
Entstehung
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ſämmtlich zur Zufriedenheit der Regierung führte, und die ihn häuſig in perſönliche Berührung mit dem Hofe und ſelbſt mit dem Monarchen brachten. Durch den Tod ſeines Schwiegervaters wurde weſentlich nichts geändert; Reisland ſtand bereits ſo feſt, daß er keine weitere Stütze brauchte und ſeinen Weg allein ohne jede Beihilfe verfolgen konnte. Der Ka⸗ binetsrath hatte zwar nicht ein ſo großes Vermögen hinterlaſſen, als ſein Schwiegerſohn vielleicht erwar⸗ tete; aber die Summe von fünfzigtauſend Thalern, welche aus der Erbſchaft ihm oder vielmehr ſeiner Frau zufiel, war ein ganz angenehmer Zuſchuß zu den ſich mehrenden Ausgaben ſeiner mit der Zeit herangewachſenen Familie. Mit den Zinſen die⸗ ſes Kapitals und ſeinem nicht unanſehnlichen Gehalt führte der Geheimrath allerdings bisher ein ſehr glückliches Leben, und der Viktualienhändler, welcher Stiefke hieß, ſchien keineswegs ſo ganz Unrecht zu haben, wenn er mit einer Miſchung von Verehrung und ſtillem Neide zu dem Geheimrath emporſchaute. Dieſes Gefühl war in dem Augenblick beſonders rege, wo Reisland ſich mit vornehmer Nachläſſigkeit auf die Polſter des Wagens niederfallen ließ und dem Kutſcher den Befehl ertheilte, nach dem engli⸗