das herabhängende Kinn eine bedenkliche Schlaffheit zeigte. Indeß galt der Geheimrath als ein geſchick⸗ ter und gewandter Arbeiter, der die Zufriedenheit ſeiner Vorgeſetzten im vollſten Maße genoß, und bei der Regierung wegen ſeiner Brauchbarkeit und Verwendbarkeit vorzüglich angeſchrieben ſtand. Er hatte vermöge dieſer Eigenſchaften eine im ganzen ſehr ſchnelle Karriére gemacht und die erſte offene Präſidentenſtelle war ihm bereits ſogut wie zuge⸗ ſichert. Seine Neider, und ſolche hat wohl auch der beſte Mann, ſchrieben die allerdings auffallend raſche Beförderung dem Einfluſſe ſeiner Frau zu, der er, wie man ſich im Vertrauen zuflüſterte, ſeine ganze Stellung zu verdanken hatte. Sie war nämlich die Tochter des verſtorbenen Kabinetsraths Arnold, der bis zu ſeinem Tode das ganze Vertrauen und den ſteten Zutritt bei der hohen Perſon des Fürſten ſel⸗ ber genoß. Als junger Aſſeſſor war Reisland in das Haus des einflußreichen Mannes gekommen, wo er ſich um die Hand der älteſten Tochter bewarb. 5 erhielt dieſelbe und legte ſomit den Grundſtein zu ſeinem Glück, denn in kurzer Zeit fehlte es ihm nicht an Anerkennung, Beförderung und beſſerer Be⸗ ſoldung. Es wurden ihm verſchiedene Kommiſſionen oft ſehr delikater Natur übertragen, welche er jedoch
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