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Gottfrieds von Berlichingen Ritterliche Thaten / mit Einleitungen und Erläuterungen herausgegeben von Dr. Karl Riedel
Entstehung
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wollte, ob ich mich gen Augsburg ſtellen wollte oder nicht. Ich ſagte: Ja. Da widerrieth er mirs wahrlich aus treuer Meinung, anders konnt ichs nicht merken, und ſagte: ob ich mich doch ſtellen wollte. Da ſagte ich: ich will mich ſtellen und ſollte ich wiſſen, daß ſie mich zu unterſt in Thurm werfen, denn ich weiß mich der Sachen des Baͤueriſchen Aufruhrs halber, wie Euer Gnaden ſelbſt wiſſen, unſchuldig und mit guten Ehren wohl zu verantwor⸗ ten. Da fuhr er weiter heraus und ſagte: er wollt⸗ mir in guter treuer Meinung nicht verhalten, daß

Befehl verordnet waͤre von den Bundesſtaͤnden, ſo⸗

bald ich vor der Herberge abſaͤße, ſollte man mich

den Naͤchſten nehmen und in Thurm werfen. Und

merkte ich ſo viel von Ihro Gnaden, daß ſie ſol⸗ ches von Herrn Tillmann von Bremen, wie ich denn nicht anders achten konnte, verſtanden hatten, doch weiß ich es nicht fuͤrwahr, denn ich ſolches nicht eben von Ihro Gnaden verſtanden, ſo hab ich auch nicht wollen fragen, und lag ſolcher Herr Till⸗ mann, wie gemeldet, in meiner Herberg. Und wie mir der gute fromme Graf ſagte, alſo ging mirs auch, allein daß ich oben darauf und nicht unten in Thurm kam. Da lag ich zwei Jahre und mußte das Meine verzehren, das mir lange Zeit ſauer worden war.*) Und bin darnach von des Herzogs von Wuͤrtemberg wegen vierthalb Jahr zu Heilbronn gefangen gelegen, habe das Meine

*) zu rauben?