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Gottfrieds von Berlichingen Ritterliche Thaten / mit Einleitungen und Erläuterungen herausgegeben von Dr. Karl Riedel
Entstehung
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gegnete. Nun ritt ich von Stund an mit großen Sorgen in meine Behauſung, und ehe ich mich austhat, fragte ich mein Weib ob kein Brief von Heidelberg kommen waͤre. Da ſagte ſie: nein und ich erſchrack wahrlich uͤbel, daß ich nicht wußte, wie ich mich halten ſollte, denn es ging die Rede, daß ſich mein Herr, der Pfalzgraf, wollte mit den Bauern vertragen, daß ich nicht wußte, wie ich ihm thun ſollte. Habe auch ſeither denſelbigen Brief nicht geſehen, aber ſoviel erfahren, daß er meiner Schwieger und meinem Weibe zugekommen iſt, und als ſie ſolchen meiner Schwieger geleſen, hat ſie ihr befohlen, ſie ſollte mir bei Leib und Leben nichts davon ſagen, ſonſt waͤren ſie Alle geſtorben und ver⸗ dorben. Darum ich ſolchen Brief, wie gemeldet, nicht geſehen habe, und kam aus der Urſache in all mein Ungluͤck und Unrath, das mir begegnet iſt. Habe auch alsbald darnach, da ich die Sachen beſ⸗ ſer erfahren, die Schwieger nicht laͤnger in meinem Hauſe haben wollen, ſie iſt auch ſeithero nicht mehr darein gekommen.

Und wie die Bauern zu Gundelsheim lagen, da waren daſelbſt etliche von Bernlingen und auch An⸗ dere, als Beringer von Bernlingen, ein ſehr alter Mann, und auch mein Bruder Wolff von Bern⸗ lingen, und andere mehr von Adel, die wußten auch nicht wo aus noch ein und haͤtten Alle gern Frieden erlangt. Und war ich auch bei ihnen und vertrugen ſich mit den Bauern, wie mehr an⸗