Druckschrift 
Gottfrieds von Berlichingen Ritterliche Thaten / mit Einleitungen und Erläuterungen herausgegeben von Dr. Karl Riedel
Entstehung
Einzelbild herunterladen

157

auf Herrn Sigmunds Rede ruͤckte ich hinein in den Haufen zu meinen Reitern und ſprach ſie an und ſagte, was macht ihr da, Roͤſch, und bald wart auf mich, daß euch Boz Rehmſchend! Da folgten ſie mir bald und war auch Zeit. Und ehe ſie ſich recht beſannen, hatte ich ſchon einen Vortheil einge⸗ nommen und kam mit Gottes Huͤlfe von ihnen Allen ohne Nachtheil und Schaden, wiewohl etliche boͤſe Reiter unter ihnen waren, die kamen hernach und waren gar zornig im Halſe geweſen und hatten einen Strauß mit Herrn Sigmund von Thuͤngen gehabt. Aber er hatte zu ihnen geſagt, ſiehe, dort haͤlt er noch, reite hin und fahe ihn. Wie ich nun ſammt den Meinen unverletzt davon kam, wollte ich meinen Weg auf Ansbach zu nehmen, ob ir⸗ gend ein Geſind meiner Gelegenheit auf mich ſtoßen und ob ich weiter moͤchte zur Handlung kommen. All⸗ da mir dann Herrn Conrad Schottens Hausfrau ſelbſt aufſtieß, und ruͤckt' ich ſelbander zu ihr zum Wagen, wollte ſehen, wer ſie waͤre, und ließ die andern Reiter dahinten, daß ſie nicht geſehen wuͤr⸗ den. Und ſobald ſie mich erſieht, ſpricht ſie, Schwager, wo zieht er her? gruͤß euch Gott, Ge⸗ ſchweih, ſeid Ihrs? ich weiß ſelbſt kaum, wo ich herziehe. Indem hielt ich da ſchier bis auf den Abend, daß ich dann noch moͤchte nach Windsheim kommen. Da mir nun Niemand mehr aufſtieß, zog ich wieder hinein und ließ dieſelbige Nacht et⸗ was an der eiſernen Hand, ſo mir zerbrochen war,