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Gottfrieds von Berlichingen Ritterliche Thaten / mit Einleitungen und Erläuterungen herausgegeben von Dr. Karl Riedel
Entstehung
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ungeheurer Troß von Weibern und Kindernan⸗ gehenkt, die man unter dem unhoͤflichen Namen: Huren und Buben bezeichnete. Dieſen Schweif in Ordnung zu halten, war Sache des Hurenweibels.

Die Aufſtellung und Fechtart der ungeheueren Landsknechtsregimenter, deren Zahl ſich mindeſtens von 4 bis auf 10,000 erſtreckte, war natuͤrlich ſo verſchieden, wie Wahlſtatt oder ſonſt Gelegenheit des Kampfes gebot. Muͤhſamen taktiſchen Uebungen von Hauſe aus abhold fand das deutſche Fußvolk ſeinen Beruf, im offenen Felde mit gedraͤngtem Lanzen⸗ und Hellebardenwald auf den Feind los⸗ zubrechen oder in geſchloſſenen Gliedern gegen Schan⸗ zen und Feſtungen ſtuͤrmend anzulaufen. Fuͤr unuͤber⸗ windlich galten die Landsknechte in ihrer vierten Ordnung, welche in folgender Art gebildet war. Voran gingder verlorene Haufe, dieLaͤufer, in altfranzoͤſiſcher Kriegsſprache die enfants perdus genannt; ihre Lage war am gefaͤhrlichſten, da man ſie oft bei ungluͤcklicher Wendung ihrem Geſchick uͤberließ, woher denn die klaͤgliche Bezeichnung bei den Franzoſen. Sie wurden durch das Loos ge⸗ waͤhlt oder Rotten und Faͤhnlein theilten nach be⸗ ſtimmter Folge dieſen muͤhſamen Dienſt. Dann druͤckteder helle Haufe nach, im geſchloſſenen Viereck undurchbrechbar in einander geſchraͤnkt; er bewegte ſich im wuchtigen Sturmſchritt, je drei 8 Tritte bei fuͤnf merklich abgeſetzten Schlaͤgen der hohlen Trommel. Die aͤußerſte, dem Feinde zu⸗