7
Wenn ein Kriegsgeſell ſeinen Namen in die Muſterrolle des Hauptmanns hatte eintragen laſſen, auch der Brauch war bekannt worden, erhielt er ein „Stuͤck Geld auf den Kauf, um ſich beſtimmten Tags an dem beſchiedenen Sammelplatze einzuſtellen. Sobald die Haufen zuſammengefloſſen waren, fand ſich kaiſerlicher- oder fuͤrſtlicherſeits ein Muſter⸗ herr einz Kriegsraͤthe und Muſterſchreiber ſtanden ihm zur Seite. Dann wurde auf freiem Felde eine Pforte von Spießen aufgerichtet, zwei mit dem Schaft in die Erde geſteckt und ein Spieß daruͤber. Dadurch ließ der Muſterherr die Knechte eines jeden Faͤhnleins ziehen. In jedem Faͤhnlein mußten hun⸗ dert Ueberſolde, d. h. adlige und ſonſt ehrliche, verlaͤſſige Leute eintreten, welche„das erſte Blatt“ bildetenz Doppelſold empfing nur, wer ganz vorzuͤg⸗ lich geharniſcht erſchien. Nach der Muſterung wurde der Artikelbrief, der von guter Ordnung und Kriegs⸗ zucht handelte, verleſen. Die Gewalt des Obriſten war eine unbeſchraͤnkte. Das Regiment gliederte ſich in Hauptleute, Faͤhndriche, Weibel. Mit Haupt⸗ mannsrange geſchmuͤckt erblicken wir den Huren⸗ weibel. Der altgermaniſche Gebrauch, Weib und Kind auf Kriegszuͤgen mitzuſchleppen, fand im Re⸗ gimente der Landsknechte um ſo eher Eingang, als dieſes Inſtitut zumeiſt als eine Fortſetzung des buͤr⸗ gerlichen Lebens betrachtet wurde, und ſich jeder Ge⸗ ſell moͤglichſt große Behaglichkeit zu verſchaffen be⸗ muͤht ſein durfte. Es war jedem Regiment ein


