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Gottfrieds von Berlichingen Ritterliche Thaten / mit Einleitungen und Erläuterungen herausgegeben von Dr. Karl Riedel
Entstehung
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VIII

ſtaunen nicht mehr vor ihr; ihre Entartung ver⸗ wuͤnſchen und verabſcheuen wir.

Ein ernſtes Wort an Euch Juͤnglinge, Soͤhne einer werdenden Zeit, denen gewiß einer ſchoͤnern Gegenwart Bild noch zu ſchauen gegoͤnnt iſt, als uns: Strebt nach der Wahrheit; ſie allein iſt Schoͤnheit und in ihr allein iſt Freiheit. Will man Euch Nebelbilder einer untergegangenen Welt vorzaubern, will man Euch zwingen, nie⸗ derzufallen vor dem falſchen Goͤtzen der Vorzeit, wie jene Studenten mit Mitra und Eſelsohr vor dem Eichhoͤrnchen im Kaͤfich, will man Euch zwingen, im Dunkel der Mitternacht den hellen Tag zu ſehen, wehrt euch im Bewußtſein er⸗ bluͤhender Mannheit gegen ſolchen Trug. Nur im Lichte wird die Welt wiedergeboren, nur im Lichte wird die Freiheit ſiegen.

Es iſt bei gewiſſen Antiquitaͤtenhaͤndlern, be⸗ ſonders an den Ufern der Spree, zur Mode geworden, diejenigen als frivol zu verſchreien, welche gewiſſe Notabilitaͤten angreifen. Man kann aber dem Dichter Goethe gut ſein, und den Politiker in ihm anklagen duͤrfen. Was ſagt ihr dazu, wenn Goethe bei Gelegenheit, wo er von dem jammervollen Zuſtande des Reichskam⸗ mergerichts in Wetzlar ſpricht, nicht als Juͤng⸗ ling, ſondern im Alter, folgende Worte ſich ent⸗ ſchluͤpfen laͤßt.Die Sachen von ſchwererem Gehalte, die eigentlichen Rechtshaͤndel blieben (beim Reichskammergerichte) im Ruͤckſtande und