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Gottfrieds von Berlichingen Ritterliche Thaten / mit Einleitungen und Erläuterungen herausgegeben von Dr. Karl Riedel
Entstehung
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VII

er Andern beim Raube leiſtet, bis er das Hand⸗ werk auf eigene Fauſt betreibt, durch zahlloſe Haͤndel und Fehden, welche die oͤffentliche Ruhe und Sicherheit ſtoͤren, das Geſetz und die exekutive Gewalt vertritt, es muͤßte denn jeder andere Raubmoͤrder und Mordbrenner auch das Geſetz und die exekutive Gewalt vertreten. Und Goͤtz iſt in Verzweiflung, wenn er als ſo ein Stoͤren⸗ friede, ſo ein Reichsfeind, vom Kaiſer abtruͤn⸗ nig erſcheint! Vo bleibt da die Logik eines Goethe? Wir wuͤrden uns uͤber ſo entſetzliche Infraktion der geſunden Vernuuft nicht aͤrgern, wenn nicht auf jenen Trugſchluͤſſen das ganze ariſtokratiſche Gebaͤude einer ſogenannten hiſtori⸗ ſchen Schule baſirte. Da hat man freilich Recht, den öͤffentlichen Lehrern das bischen Antheil ge⸗ ſunder Vernunft, das ſie in ihre Lehrvortraͤge miſchten, zu verbieten.

Goethe uͤberſandte das Manuſcript des Goͤtz Herdern. Herder, der edle ſcharfſichtige Her⸗ der, vor dem die Weltgeſchichte wie ein Ko⸗ loſſ aber in allen ihren Gliederungen da ſtand, machte Spottgedichte darauf. Er hatte Recht.

Und jenes Bewußtſein uͤber die Haltloſigkeit und Rohheit des Ritterthums, welches damals nur in einzelnen bevorzugten Geiſtern aufleuch⸗ tete, das iſt zum Gluͤcke jetzt weiter verbreitet. Wir ſehen dieſe plumpe, ungeſchlachte Welt des Mittelalters in ihrer wahren Geſtalt; wir