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Gottfrieds von Berlichingen Ritterliche Thaten / mit Einleitungen und Erläuterungen herausgegeben von Dr. Karl Riedel
Entstehung
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VI

welche jetzt obenauf ſchwimmen und das Heft in der Hand haben, Haͤndel zu bekommen. Und vor den Haͤndeln mit den Antiquitaͤtenhaͤndlern an der Jaxt und an der Spree huͤte ich mich: ich habe Schweigen gelernt.

Um den Anforderungen des Herrn Dr. Rie⸗ del, ihm eine ſach⸗ und zeitgemaͤße Vorrede fuͤr dieritterlichen Thaten des Goͤtz von Ber⸗ lichingen zu ſchreiben, einigermaßen nachzu⸗ kommen, ſuchte ich nach Stoff im dritten Bande der Goethiſchen Selbſtbiographie, wo ich wußte, eine Menge Bemerkungen uͤber unſern Gegen⸗ ſtand zu finden. Ich habe die Goethe'ſche Selbſt⸗ biographie in fruͤhern Zeiten geleſen; aber ietzt mich entſetzt, wie Goethe, nicht der Juͤngling, der das Drama Goͤtz von Berlichingen ſchreibt, ſondern der gereifte Mann, der ſein Leben ver⸗ faßt, den hiſtoriſchen Goͤtz von Berlichingen ver⸗ kennt. Goethe ſieht mitten in der Aufloͤſung aller politiſchen Ordnung den Goͤtz, als einen ſolchen, der dieſer Aufloͤſung als biederer Deut⸗ ſcher entgegen arbeitet und er will darſtellen,wie in wuͤſter Zeit der wohldenkende brave Mann allenfalls an die Stelle des Geſetzes und der ausuͤbenden Gewalt zu treten ſich entſchließt, aber in Verzweiflung iſt, wenn er dem aner⸗ kannten verehrten Oberhaupte zweideutig, ja ab⸗ truͤnnig erſcheint(Dichtung und Wahrheit III. 143.). Uns iſt es unbegreiflich, wie Goͤtz durch ſein Thun und Laſſen, durch die Dienſte, die