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Gottfrieds von Berlichingen Ritterliche Thaten / mit Einleitungen und Erläuterungen herausgegeben von Dr. Karl Riedel
Entstehung
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IV

gepredigt, und ein armer Dichter ward ſuſpen⸗ dirt, weil er ſo gar unpolitiſch war, wie die wirbelnde Lerche ein freies Lied in den freien Himmel hinaus zuſingen.

Da ich den Leſer doch einmal mit dem Thema jener beabſichtigten Vorrede uͤber die Kunſt, das menſchliche Leben zu verlaͤngern, bekannt machte, ſo ſoll er auch den kurzen Inhalt derſelben erfahren; mein politiſch⸗therapeutiſcher Rath beſtand naͤmlich darin: Eſſen, Trinken und Schweigen. Schweigen iſt in allen Faͤllen und Verhaͤltniſſen das Politiſchſte. Ich gedachte mit der bekannten Anſpielung auf das philoſophiſche Schweigen auch einem großen Meiſter der philoſophiſchen Hiero⸗ phantik eins zu verſetzen. Wie ruhig koͤnnte der auf ſeinem Lorbeerkronenbette forttraͤumen, wenn er zu ſchweigen verſtanden haͤtte. Ich kenne auch einen Breslauer Profeſſor, der heute ſeine zweitauſend Thaler Gehalt bezoͤge, ein ſchoͤnes makrobiotiſches Elixir, wenn er, wie andere ehrliche Leute, zu ſchweigen, unpolitiſchem Liederſang vorzog. 3

Das waren ohngefaͤhr meine erſten Gedan⸗ ken uͤber die Kunſt das menſchliche Leben zu verlaͤngern, als ich an der Wirthstafel im Hotel de Pologne zu Leipzig ſaß, wo man Eſſen und Trinken lernen kann. Jedem, der die Trias der Kunſt, das menſchliche Leben zu verlaͤngern, er⸗ gruͤnden will, rathe ich, ſeine erſten Studien dort zu machen, das Schweigen aber in mei⸗